Zentrum der Abwehr­kräfte: Das darmasso­ziierte Immun­system.

Wenn es das darmassoziierte Immunsystem nicht gäbe, wäre unser Alltag eine ziemliche Belastung für unsere Gesundheit. Wir alle kennen diese Situationen: Im voll besetzten Bus erklingt ringsum lautstarkes Niesen, gefolgt von herzhaftem Schnäuzen, und wir atmen vorsorglich nur noch durch den Mantelärmel. Oder beim Joggen im Stadtpark hat uns im wahrsten Wortsinn ein Regenguss kalt erwischt. Vielleicht steht auch im Job oder in der Familie ein wichtiger Termin an – und kurz vorher spüren wir dieses verflixte Kratzen im Hals. Eine Erkältung? Das ist das letzte, was wir jetzt gerade gebrauchen können! Doch wie bleibt man bei Wind und Wetter gesund? Wie schützt man sich vor den Bazillen, die überall dort bestens gedeihen, wo viele Menschen aufeinandertreffen? Und wie verhindern wir, dass uns nicht gerade dann ein Infekt ans Bett fesselt, wenn wir am dringendsten gebraucht werden?

Autoimmunkrankheit

Ein Patentrezept gegen Erkältungen?

Fast jeder hat sein Geheimrezept, um unerwünschte Infekte in Schach zu halten: Die eine schwört auf Ingwertee, der andere auf Bäder in eiskalten Gewässern. Wieder andere behaupten, regelmäßige Saunagänge stärkten die Abwehrkräfte. Ganz zu schweigen von zahllosen pflanzlichen Mitteln, denen geradezu wundersame Effekte zugesprochen werden. Wäre es nicht schön, wenn es die eine Maßnahme oder die speziellen Tropfen gäbe, die uns vor Erkältungen, Grippe oder sogar gravierenderen Infektionen schützen würde? Doch dieses einzige Wundermittel existiert nicht. Vielmehr ist eine ganze Reihe von Abwehrmaßnahmen unseres Körpers dafür verantwortlich, dass die meisten Attacken von Krankheitserregern, denen wir ausgesetzt sind, ohne größere Folgen für uns ausgeht – zusammenfassend bezeichnen wir sie als unser Immunsystem.

Das Zentrum unserer Abwehr­kräfte.

Diesen effektiven Schutz vor Bakterien, Viren und Pilzen verdanken wir der Tatsache, dass unser Immunsystem pausenlos im Einsatz ist – Tag und Nacht, rund um die Uhr. Und eine große Bedeutung für das Immunsystem hat ausgerechnet ein häufig unterschätztes Organ: unser Darm. Der größte Teil aller Abwehrzellen in unserem Körper wird dort produziert. Verständlich; denn allein der Dünndarm besitzt eine Oberfläche, die 100-mal größer ist als die unserer Haut. Ohne eine Reihe ausgeklügelter Abwehrmechanismen könnten Mikroorganismen über dieses riesige Areal leicht in den Körper eindringen und dort Schaden anrichten. Der Darmbarriere ist es zu verdanken, dass die meisten dieser Angriffe im Keim erstickt werden – oder, falls ein Erreger doch einmal in den Organismus gelangt, umgehend wirkungsvolle Gegenmaßnahmen eingeleitet werden können.

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Unsere Abwehr steckt im Darm:
  • Ca. 100 Billionen Mikroorganismen bevölkern den Darm – die meisten davon sind gutartig.
  • Die größte Ansammlung von Immunzellen im Körper ist das darmassoziierte Immunsystem (kurz: GALT).
  • 70 % aller Immunzellen sind in der Darmschleimhaut zuhause.
  • Darmschleimhaut, Darmflora und GALT bilden gemeinsam die Darmbarriere.

Die drei Verteidigungslinien der Darmbarriere.

Die äußerste Schicht der Darmschleimhaut ist ein enger Verbund von Epithelzellen, der zusätzlich durch eine Proteinkette (die sogenannten tight junctions) abgedichtet und zum Darminnenraum von einer Schleimschicht bedeckt ist. Auf dieser Schleimschicht siedeln die nützlichen Mikroorganismen der Darmflora. Indem sie diesen Lebensraum für sich beanspruchen und sogar antibakterielle Substanzen ausscheiden, können sie krankmachende Konkurrenten von dort verdrängen und von der Darmschleimhaut fernhalten. In der Darmschleimhaut selbst wiederum sitzen die Lymphknötchen des darmassoziierten Immunsystems. Hier reifen Lymphozyten heran; das sind spezialisierte Abwehrzellen. Sie können zwischen „Freund“ und „Feind“ genau unterscheiden: Erkennen diese Lymphozyten einen Erreger, so bilden sie große Mengen an Antikörpern und lösen so die spezifische Immunantwort aus. Über das Lymphsystem gelangen die Antikörper an jeden Ort des Organismus, wo sie gerade gebraucht werden. Die Abwehrzellen speichern sogar Informationen über den Erreger; so können sie später auf einen erneuten Angriff noch schneller reagieren. Dieses „Gedächtnis“ kommt uns beispielsweise beim Impfen zugute.

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Artenreiche Darmflora – Starkes Immunsystem.

Die nützlichen Bakterien in unserer Darmflora haben also gleich zweierlei Nutzen im Sinne unserer Abwehrkräfte: Zum einen machen sie potenziellen Schädlingen den Lebensraum streitig. Zum anderen stimulieren und trainieren sie die Abwehrzellen unablässig. Daraus folgt, dass eine hohe Diversität unserer Darmflora von großem Nutzen ist: Ist eine Vielzahl gutartiger Bakterienstämme vertreten, bleibt unser Immunsystem sozusagen fit. Umgekehrt scheint eine einseitige Darmflora mit einem höheren Krankheitsrisiko in Verbindung zu stehen, wie Untersuchungen an keimfrei aufgezogenen Labortieren ohne Darmbakterien anschaulich zeigen: Bei diesen Tieren sind die lymphatischen Organe stark verkleinert und sie weisen auch eine höhere Infektanfälligkeit bei verringerter Immunantwort auf. Auch beim Menschen kann beispielsweise eine Antibiotika-Therapie zu einer Dezimierung der Darmbakterien führen; mit der Folge, dass schädliche Mikroorganismen in die entstandene Lücke stoßen und sich ungehindert ausbreiten können. Die sogenannten Antibiotika-assoziierten Durchfälle sind ein verbreitetes Symptom einer solchen Dysbiose.

Liebe geht durch den Darm.

Wer sein Immunsystem liebt, der achtet auf eine ausgewogene Ernährung – und hilft damit der Darmflora, ihre Sisyphos-Aufgabe bestmöglich zu erfüllen! Denn neben anderen Faktoren beeinflusst auch die Qualität der Nahrungsmittel die Funktionsfähigkeit des Immunsystems. Nährstoffe wie Proteine, mehrfach ungesättigte Fettsäuren sowie Vitamine und Spurenelemente spielen dabei eine wichtige Rolle. Sie stellen das Baumaterial für viele Bestandteile des Immunsystems dar und tragen so zu seiner normalen Funktion bei.

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Vitamine und Mineralstoffe

Hervorzuheben sind hier der „Radikalenfänger“ Vitamin C oder das Spurenelement Selen, ein essentieller Bestandteil körpereigener Radikalfänger. Ihren Beinamen tragen Radikalfänger aufgrund ihrer antioxidativen Eigenschaften – das bedeutet, dass sie freie Sauerstoffradikale binden und so die Zellen vor Schädigungen durch diese aggressiven Moleküle schützen können. Selen ist ein lebensnotwendiger Mineralstoff, den der Körper vor allem als Bestandteil verschiedener  Enzyme benötigt und der an vielen Reaktionen im Körper beteiligt ist – so auch an Prozessen der Immunabwehr. Bei einem Selenmangel (z. B. aufgrund der gestörten Aufnahme bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen) ist unter anderem auch das Immunsystem beeinträchtigt, denn das Spurenelement trägt zu seiner normalen Funktion bei.

Probiotika und Präbiotika

Eine weitere Möglichkeit, das darm-assoziierte Immunsystem zu unterstützen, stellen probiotische und präbiotische Lebensmittel dar. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) definiert Probiotika als lebende Mikroorganismen, die (wenn man sie in ausreichender Menge einnimmt) einen positiven Gesundheitseffekt haben. Bestimmte Milchsäurebakterien beispielsweise verdrängen schädliche Keime aus dem Lebensraum an der Darmwand und verändern sogar den pH-Wert des Darm-Milieus, um das Wachstum ihrer Konkurrenten zu bremsen. Für manche Probiotika sind außerdem die Produktion antimikrobieller Substanzen, eine verstärkte Schleimproduktion der Darmschleimhaut und ein positiver Effekt auf die Tight-junction-Proteine nachgewiesen worden. Weitere mögliche immunologische Effekte wie die Aktivierung von Fresszellen werden vermutet.

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Präbiotika wiederum sind Lebensmittelbestandteile, die wir zwar nicht verdauen können, die aber für nützliche Darmbakterien ein gefundenes Fressen sind: Zu ihnen gehören in erster Linie pflanzliche Ballaststoffe wie Oligofruktose und Inulin. Vor allem Inulin gilt als wahres „Kraftfutter“ und Energiequelle speziell für nützliche Milchsäurebakterien und kann daher deren selektive Ansiedelung im Darm fördern. Inulin ist von Natur aus zum Beispiel in Chicorée, Topinambur, Schwarzwurzeln, Artischocken und Pastinaken enthalten. Damit solche Präbiotika jedoch ihre Wirkung entfalten können, bedarf es allerdings einer Menge von etwa fünf Gramm pro Tag – das bedeutet, dass täglich mehrere Portionen Gemüse auf dem Speiseplan stehen müssen, um davon zu profitieren.

Ballaststoffe:
  • Unlösliche Ballaststoffe
    (Zellulose, Lignin) quellen bei Flüssigkeitszugabe auf, sorgen für ein nachhaltiges Sättigungsgefühl und reinigen den Darm. Zudem beschleunigen sie die Darmpassage und lockern den Stuhl auf.
  • Lösliche Ballaststoffe
    (Pektin, Inulin, Oligofruktose und andere sogenannte Präbiotika) sind "Kraftfutter" für nützliche Bakterien: Sie dienen unserer Darmflora als Energiequelle und sind daher indirekt förderlich für ein intaktes Immunsystem.

Mit diesen Tipps pflegen Sie ihr Immunsystem!

Neben der richtigen Ernährung ruht ein effektives Immunsystem auf zwei weiteren Säulen: ausreichend Bewegung und Schlaf. Es gibt jedoch auch eine Reihe wahrer Immun-Killer, die unsere Abwehrkräfte torpedieren und denen Sie daher nach Möglichkeit aus dem Weg gehen sollten. Unsere Tipps helfen Ihnen dabei, Ihren Abwehrschild intakt zu halten!

  • Luft befeuchten

    Die Schleimhäute unserer Atemwege brauchen feuchte Luft, um Erreger einzufangen und abzutransportieren – trockene Heizungsluft und Klimaanlage entziehen ihnen Feuchtigkeit. 

    • Regelmäßiges Lüften oder ein Luftbefeuchter können Abhilfe schaffen.
  • Stress reduzieren

    Gerade dann, wenn man eine Erkältung am wenigsten brauchen kann, schlägt sie besonders gerne zu. Warum ist das so? Psychischer Druck führt zu vermehrter Cortisol-Ausschüttung und dieses Stress-Hormon bremst die Immunabwehr.

    • Bewusste Auszeiten und Entspannungsphasen halten Geist und Immunsystem fit.
  • Rauchen aufgeben

    Nikotin hat einen negativen Einfluss auf die sogenannten Neutrophilen. Zu den Aufgaben dieser Immunzellen gehört das Identifizieren und Zerstören von Bakterien. Darum sind Raucher häufig anfälliger für bakterielle und entzündliche Erkrankungen.

    • Wer das Rauchen aufgibt, ist resistenter gegenüber lästigen Infekten.
  • Alkoholgenuss reduzieren

    Alkohol drosselt die Immunaktivität. Schon zwei Stunden nach dem Alkoholgenuss zirkulieren deutlich weniger Abwehrzellen im Blut und die Infektionsgefahr steigt.

    • Genießen Sie Alkohol in Maßen – und achten Sie besonders bei Feiern darauf, sich regelmäßig die Hände zu waschen.
  • Immungesund essen

    Der regelmäßige Verzehr von Fast Food verändert das Immunsystem nachhaltig. Auf fett- und zuckerhaltiges, ballaststoffarmes Essen reagieren unsere Abwehrkräfte wie auf eine bakterielle Infektion – und speichern die Informationen darüber wie die eines Erregers ab. Der Effekt: Das Immunsystem bleibt danach in einem dauerhaften Alarmzustand; es löst leichter Entzündungsreaktionen aus, die die Entstehung von Gefäßkrankheiten oder Typ-2-Diabetes begünstigen und sogar zu Schlaganfällen oder Herzinfarkten führen können.

    • Verzichten Sie auf Fast Food zugunsten einer ausgewogenen Ernährung; als Snacks zwischendurch taugen auch Obst oder Nüsse.

Der tägliche Schluck für die Abwehrkraft*

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* Selen unterstützt die normale Funktion des Immunsystems.

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