Probiotika – Lactobacillus, Bifido & Co.

Auch wenn der Begriff noch nicht so lange in aller Munde ist – Probiotika selbst begleiten die Menschen schon seit Urzeiten. Denn dabei handelt es sich um nichts anderes als mikroskopisch kleine Lebewesen wie Bakterien und Pilze. In unserem neuzeitlichen Weltbild sind solche Mikroorganismen zwar zunächst als Krankheitserreger verdächtig. Dabei wird gerne übersehen, dass sie uns schon seit langer Zeit gute Dienste leisten: Ohne Hefepilze gäbe es kein Bier, keinen Wein und keinen Hefeteig, ohne Milchsäurebakterien keinen Frischkäse und kein Roggenbrot! Die kleinen Helfer bereichern aber nicht nur unseren Speiseplan, sondern leben darüber hinaus bereits seit Jahrtausenden symbiotisch mit uns und auf uns.

Dass bestimmte Mikroorganismen sogar einen gesundheitlichen Nutzen für uns haben, ist eine relativ neue Erkenntnis und der Grund für ihren Namen: Probiotikum setzt sich zusammen aus dem lateinischen Wort pro (für) und dem griechischen bios (Leben). Frei übersetzt: „für das Leben“. Als Probiotika bezeichnet man also lebende Mikroorganismen, die eine gesundheitsfördernde Wirkung haben1. Umgangssprachlich wird der Begriff auch für Zubereitungen aus diesen Mikroorganismen verwendet – also beispielsweise Nahrungsergänzungsmittel, Lebensmittel oder Arzneizubereitungen, die aktive, gesundheitsförderliche Bakterien- oder Hefezellen enthalten. Was diese in unserem Körper leisten, wie man sie in ihrer Arbeit unterstützt und welche Folgen ein Mangel daran für uns haben kann, davon handelt diese Seite.

1 Abschlussbericht der Arbeitsgruppe “Probiotische Mikroorganismenkulturen in Lebensmitteln” am BgVV Oktober 1999

In einer ausgewogenen Darmflora beträgt der Anteil an nützlichen Bakterien im Idealfall über 80 Prozent.*

https://aok-erleben.de/was-schaedigt-meine-darmflora/

Präbiotika und Synbiotika

Die Begriffe Präbiotika und Synbiotika fallen häufig in demselben Zusammenhang wie Probiotika, bezeichnen aber unterschiedliche Dinge: Präbiotika sind Ballaststoffe, die der Körper selbst nicht verwerten kann. Nützlichen Darmbakterien, den Probiotika, dienen sie jedoch als bevorzugte Nahrung und begünstigen so deren Vermehrung. Präbiotika sind sozusagen das Kraftfutter der Darmflora. Sie sind hauptsächlich in pflanzlichen Lebensmitteln wie Obst, Gemüse und Vollkornprodukten enthalten. Die WHO benannte 2017 unter anderem Fruktane und ihre Untergruppe, die Inuline, als nachgewiesenermaßen präbiotisch wirksame Ballaststoffe. Ihr gesundheitlicher Hauptnutzen liegt darin, dass sie das Wachstum der Bifidobakterien im Darm fördern. Synbiotika wiederum bezeichnen Arzneizubereitungen oder Nahrungsergänzungsmittel, in denen sich eine Kombination aus beidem befindet: Probiotika und die dazu passenden Ballaststoffe.

Milchsäurebakterien und wie sie uns nützen

Es gibt über 2500 verschiedene Bakterienarten im Darm. Die wichtigsten unter ihnen sind die Milchsäurebakterien wie Lactobazillen und Bifidobakterien. Sie sind auf sehr vielfältige Weise für unsere Gesundheit von Nutzen. Sie besiedeln unseren Darmtrakt, wo sie den größten Teil unserer Darmflora bilden. In dieser Eigenschaft spielen sie nicht nur eine wesentliche Rolle bei der Verdauung – eine intakte Darmflora hat einen weit größeren Nutzen für unsere Gesundheit, als dem Körper Energie zur Verfügung zu stellen:

  • 1. Verbesserung der Immunfunktion

    Probiotische Bakterien wehren zum einen Krankheitserreger aktiv ab, zum anderen fördern sie die Bildung von Immunzellen. Eine gesunde Darmflora bedeutet daher auch gleichzeitig eine gesunde Immunabwehr.

  • 2. Linderung von Immunfehlfunktionen

    Allergien und Autoimmunerkrankungen können durch eine schadhafte Darmschleimhaut und überschießende Abwehrreaktion entstehen. Eine gesunde Darmflora dagegen reguliert die natürliche Immunreaktion und kann gegen Allergien, Hauterkrankungen mit Immunbeteiligung und sogar Asthma helfen.

  • 3. Vorbeugung gegen Lebensmittelunverträglichkeiten

    Lebensmittelallergien oder -unverträglichkeiten werden häufig durch das Leaky-Gut-Syndrom ausgelöst. Eine intakte Darmflora schützt die Darmschleimhaut.

  • 4. Abpuffern von Ernährungsfehlern

    Industriell verarbeitete Nahrungsmittel sowie ballaststoffarme und energiereiche Ernährung fördern das Wachstum schädlicher Darmbakterien. Probiotische Lebensmittel können negative Veränderungen der Darmflora durch Ernährungsfehler ausgleichen.

  • 5. Vorbeugung gegen Pilzinfektionen

    Gerät die Darmflora aus dem Gleichgewicht, drohen Pilzinfektionen. Eine gesunde Darmflora hält Candida und andere Darmpilze in Schach – Probiotika helfen dabei.

  • 6. Schutz vor Strahlung

    Eine intakte Darmflora kann helfen, Strahlungsschäden am Dick- und Dünndarm vorzubeugen. Indem sie das Immunsystem der Haut aktivieren, können Probiotika mutmaßlich auch dazu beitragen, das Risiko von Schäden der Haut durch UV-Strahlung zu reduzieren.

  • 7. Schutz vor Stress

    Neueste Studien haben ergeben, dass bestimmte Darmbakterien in der Lage sind, Botenstoffe wie das „Glückshormon“ Serotonin zu produzieren. Eine gesunde Darmflora bedeutet demnach auch eine gesunde Stress-Resistenz.

Die Top 10 probiotischer Lebensmittel
Von Natur aus sind Milchsäurebakterien in einigen Lebensmitteln enthalten. Da aber nur ein geringer Teil von ihnen den Verdauungsprozess in Magen und Dünndarm überlebt, müsste man große Mengen davon zu sich nehmen, damit noch eine ausreichende Anzahl aktiver Kulturen den Darm erreicht. Alternativ sind Milchsäurebakterien auch in Form von Kapseln wie ProBio-Cult® Duo, ProBio-Cult® Relax oder ProBio-Cult® PUR 15 von SYXYL erhältlich. Bei diesen schützt eine magensaftresistente Ummantelung die enthaltenen Kulturen vor der Zerstörung durch die Magensäure, sodass sie erst im Darm freigesetzt werden und dort ihre volle Wirkung entfalten können.

1. Natur-joghurt

Eine Quelle für Probiotika kann Naturjoghurt sein. Er entsteht, wenn Rohmilch durch Milchsäurebakterien fermentiert wird. Naturjoghurt beeinflusst die Darmflora und kann eventuell bei Verstopfung oder Durchfall helfen.

2. Kefir

Das Sauermilchprodukt aus der Kaukasus-Region wird traditionell aus Kuh-, Schafs- oder Ziegenmilch hergestellt. Anders als beim Joghurt wird der Gärungsprozess nicht nur durch Milchsäurebakterien, sondern auch durch Hefen verursacht. Kefir enthält noch mehr Bakterien als Joghurt.

3. Sauerkraut

Sauerkraut entsteht durch die milchsaure Gärung von Weißkohl. Rohes Sauerkraut ist ein optimales probiotisches Lebensmittel – pasteurisiertes Sauerkraut aus der Dose jedoch enthält durch die Erhitzung keine probiotischen Bakterien mehr.

4. Miso

Die Würzpaste aus der japanischen Küche besteht meist aus Sojabohnen und Getreide. Während der langen Reifezeit gärt die Masse und erhält durch die Milchsäurebakterien ihren charakteristischen Geschmack.

5. Saure Gurken

Nicht zu verwechseln mit Essiggurken: Lebende Probiotika finden sich nur in milchsauer eingelegten Gurken. Die Gurken werden in einer Mischung aus Wasser, Kräutern, Zucker und Salz vergoren und besitzen deshalb einen hohen Gehalt an probiotischen Milchsäurebakterien.

6. Kombucha

Kombucha entsteht durch das Vergären von gesüßtem Tee durch einen speziellen Pilz. Der Kombucha-Pilz ist jedoch – genau wie die Kefir-Knolle – vielmehr eine Lebensgemeinschaft verschiedener Hefen und Essigsäure-Bakterien. Frischer Kombucha ist ein schmackhaftes probiotisches Getränk – industriell hergestellter Kombucha dagegen enthält keine lebenden Probiotika mehr.

7. Apfelessig

Apfelessig wird aus Apfelwein gewonnen und enthält reichlich Essigsäure- und Milchsäure-Bakterien mit positivem Einfluss auf die Darmflora.

8. Käse

Auch Käse, der nicht pasteurisiert wurde, enthält lebende Milchsäurekulturen und zählt daher zu den probiotischen Lebensmitteln. Dazu gehören unter anderem Cheddar, Gruyère, Gouda, Provolone und Parmesan.

9. Tempeh

Tempeh ist ein fermentiertes Soja-Produkt und enthält neben probiotischen Kulturen reichlich Eiweiß und Ballaststoffe.

10. Kimchi

Kimchi ähnelt dem deutschen Sauerkraut und stammt ursprünglich aus Korea. In einem Jahrtausende alten Verfahren wird Chinakohl unter Zugabe von Salz und Gewürzen fermentiert. Kimchi ist reich an Milchsäurebakterien, Ballaststoffen, Proteinen sowie Vitaminen und gilt deshalb als eines der gesündesten Lebensmittel der Welt.

Tägliche Darmpflege und gezielte Pflege der Darmflora

Das komplizierte Ökosystem im Darm befindet sich in einer empfindlichen Balance. Durch Medikamenteneinnahme, einseitige Ernährung oder auch Stress kann es aus dem Gleichgewicht geraten – mit unangenehmen Folgen wie Blähungen, Darmkrämpfen und sogar leichten Durchfällen. ProBio-Cult® Junior Sticks mit Inulin, Vitaminen und sechs speziell ausgewählten Milchsäurebakterien-Stämmen sind zur täglichen Darmpflege für Groß und Klein ebenso geeignet wie zur Balance der Darmflora. Insbesondere nach einer Antibiotika-Therapie kann ProBio-Cult® Duo die Darmflora mit Mikronährstoffen und Milchsäurebakterien versorgen.